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Fünf Jahre Landesverband Erneuerbare Energie: Engagierter Interessenvertreter und verlässlicher Partner für die Politik

„100 Prozent Erneuerbare Energie“ - mit dieser programmatischen Forderung ist der Landesverband Erneuerbare Energie Sachsen-Anhalt e. V. (LEE) in das fünfte Jahr seiner Existenz und des Engagements für den Ausbau regenerativer Energiequellen gestartet. Als Interessenvertreter branchennaher Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern will er die Regenerativwirtschaft sowohl als bedeutsamen Bereich der Daseinsvorsorge als auch unter dem Aspekt ihrer strategischen wirtschaftlichen Bedeutung für das Land stärken. Nach einer aktuellen Studie des DIW belegt Sachsen-Anhalt bei der Nutzung regenerativer Energiequellen derzeit bundesweit den fünften Platz.

 

Schon heute: Spitzenplatz bundesweit

Das Land erzeugt bereits die Hälfte seiner Elektroenergie aus solchen Quellen. Während es bei der Nutzung der Windkraft sogar die Zielvorgaben der Regenerativentwicklung auf Bundesebene übererfüllt, gibt es in den Bereichen Solar, Biogas, Wasserkraft und Geothermie noch deutliche Reserven: „Wir haben deshalb vor der letzten Landtagswahl gegenüber sämtlichen Spitzenkandidaten der großen Parteien eine Anhebung des Regenerativ-Anteils bis 2020 auf 75 Prozent eingefordert“, erläutert Verbands-Präsident Dirk Tempke. 

Mit seiner geballten Kompetenz aus sämtlichen Regenerativ-Bereichen stehe der Verband der neuen Landesregierung wie für Fachexperten der Oppositionsparteien jederzeit als engagierter Partner, Anlaufstelle für alle fachlichen Fragen oder energiepolitischen Bewertungen sowie Inputgeber zur Verfügung, so Tempke. Dank bester Vernetzung innerhalb der Branche, in Nachbarländer und auf Bundesebene seien beim LEE alle für strategisch ausgerichtete, zukunftsfeste Planungen im EE-Bereich erforderlichen Zahlen, Fakten und aktuellen Forschungsergebnisse abrufbar. 

 

Kurs auf eigene Landesenergieagentur

Zugleich erhebt die Branchenvereinigung eine Reihe eigenständiger Sachforderungen. So tritt sie energisch für die Schaffung einer Landesenergieagentur nach thüringischem Vorbild sowie für den Ausbau einer zukunftssicheren, umweltfreundlichen Energieversorgung ein. Hohe Priorität haben zudem die Energieeinsparung, Effizienzsteigerung bei der Ressourcennutzung sowie der staatlich-institutionell untersetzte Schutz von Klima und Umwelt. 

Eine weitere Grundposition ist das Eintreten des Verbandes für ein spezielles Landesgesetz zur Erneuerbaren Wärme als Ergänzung zur bereits über das EEG geregelten Einspeisung von elektrischer Energie aus Wind, Sonne und Biomasse. Nur mittels einer nachhaltigen Stärkung des Regenerativ-Anteils bei der energieintensiven Wärmeerzeugung – wie auch von der (Bundes-)Agentur für Erneuerbare Energien ausdrücklich empfohlen – ließen sich die ehrgeizigen Entwicklungsziele für das Land erreichen. In Baden-Württemberg bewährt sich bereits seit 2008 eine entsprechende Regelung, die Vorbildfunktion für Sachsen-Anhalt haben sollte: Dem Heizgas werden dort verbindlich festgelegt mindestens zehn Prozent Biogas aus heimischem Aufkommen beigemischt. Hier seien laut Verband jedoch nicht nur die Gesetzgebung, sondern auch die Verbraucher gefordert. Denn wer eine intakte natürliche Umwelt und Ressourcen für kommende Generationen erhalten sowie zugleich Entwicklung und Wirtschaftskraft speziell im ländlichen Raum stärken wolle, der sollte über einen Differenzbetrag von rund 0,6 Cent/kWh auch ein individuelles Scherflein beitragen.

Der Verband verlangt weiterhin, der Errichtung bzw. Erneuerung von Windkraftanlagen bei gleichzeitiger Leistungsverstärkung auch außerhalb dafür speziell ausgewiesener Gebiete keine unbegründeten Hindernisse in den Weg zu stellen. Außerdem muss durch eine Ausweitung bestehender Vorranggebiete ähnlich wie in Brandenburg oder Schleswig-Holstein auch der weitere Zubau von Neuanlagen ermöglicht werden. Dafür sprächen die positiven Auswirkungen der Windkraftnutzung auf die regionale Wertschöpfung und auf das Arbeitsplatzaufkommen im Land sowie die Schadstoffentlastung von Umwelt und Natur. Zudem geht die Landesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm 2020 selbst von einer Ausweisung größerer Vorranggebiete für Windenergie aus.  

Der Ausbau bestehender oder die Errichtung neuer Kraftwerksanlagen auf Basis fossiler Brennstoffe wird dagegen prinzipiell abgelehnt: „Uns ist bewusst, dass der heimische Billigrohstoff Kohle noch eine gewisse Zahl Arbeitsplätze im Land sichert und, damit für die Regierung ein sensibles Thema ist“, betont Verbands-Vize Dr. Ruth Brand-Schock. Allerdings könne man nicht die Augen davor verschließen, welche gravierenden ökologischen Folgen Abbau und Verbrennung von Kohle hätten, fügt sie hinzu: Neue fossile Anlagen blockierten zugleich auf Jahrzehnte die begrenzten Netzkapazitäten. Tendenziell entfallende Arbeit in und mit der Kohle werde zudem angesichts der rasanten EE-Entwicklung mit hoher Sicherheit sehr schnell mehr als aufgefangen. Und selbst unter klassischen Kostenaspekten seien die alten Brennstoffe angesichts degressiv gestalteter Förderlinien für den Regenerativbereich absehbar schon mittelfristig nicht mehr wettbewerbsfähig, würden immer stärker zum Hemmschuh für die Zukunft des Standorts. Deshalb sei es ein Gebot umwelt-, sozial- und wirtschaftspolitischer Weisheit, den Ausbau Erneuerbarer Energien im eigenen Lande zu unterstützen und auch planerisch zu fördern.

Magdeburg, 20.01.2011