Wie Deutschland bis 2050 klimaneutral wird

Studie von Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut zeigt Wege zur Klimaneutralität

Kann Deutschland seine Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null verringern? Ja, sind sich die Autorinnen und Autoren der Studie "Klimaneutrales Deutschland" sicher, deren Ergebnisse heute vorab in Berlin vorgestellt wurden. Das haben Prognos, das Öko-Institut und das Wuppertal Institut in verschiedenen Szenarien im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität untersucht und zeigen Wege, wie Deutschland dieses Ziel bis zum Jahr 2050 erreichen kann.

„Mit der Studie 'Klimaneutrales Deutschland' leisten die drei Institute einen weiteren wichtigen Beitrag zu dem dringenden gesellschaftlichen Diskurs über Möglichkeiten der Transformation unseres Energie- und Wirtschaftssystems und darüber wie adäquate Beiträge zum globalen Klimaschutz geleistet werden können", betont Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts und ergänzt: "Die Studie ist im Kontext mit anderen Szenarioarbeiten zu sehen. Dies gilt vor allem auch für die kürzlich vom Wuppertal Institut vorgelegte Studie für Fridays for Future Deutschland 'Wie Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann'. Beide Studien ergänzen sich aufgrund der unterschiedlichen Grundannahmen in idealerweise und bilden die Bandbreite der aktuellen deutschen Klimaschutzzieldebatte ab."

Die Studie "Klimaneutrales Deutschland" zeigt auch, wie Deutschland bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen deutlich stärker senken kann als bislang von der Bundesregierung vorgesehen. Dies ist notwendig, damit Deutschland einen adäquaten Beitrag zu der Verschärfung des europäischen Klimaschutzziels erbringen kann, welches derzeit auf europäischer Ebene diskutiert wird. In dem Hauptszenario werden bis zum Jahr 2030 die Emissionen um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt – zehn Prozentpunkte mehr als das aktuelle deutsche Klimaschutzgesetz vorsieht. Die hierfür notwendigen zusätzlichen Einsparungen ergeben sich vor allem in der Energiewirtschaft durch einen beschleunigten Kohleausstieg und einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien sowie durch eine zügigere Transformation in der Industrie. Aber auch im Verkehr und Gebäudebereich werden zusätzliche Einsparungen erzielt.

Für die Studie untersuchten und modellierten die Studienautorinnen und -autoren insgesamt ein Jahr lang detailliert die Maßnahmen in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Abfall. Auch die oft vernachlässigten Bereiche Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft sowie die effiziente Gewinnung und Nutzung von Bioenergie wurden umfassend analysiert.

"Die Studie ist die erste Analyse überhaupt, die alle relevanten Treibhausgas emittierenden Sektoren umfassend analysiert und einen konkreten Weg zur Erreichung von Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 in Deutschland darstellt", sagt Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut und Mitautor der Studie. "Sie geht damit weiter als viele Untersuchungen, die sich ausschließlich auf den CO2-Ausstoß konzentrieren. Auch die oft vernachlässigten Sektoren Landwirtschaft, Abfall und Landnutzung, ebenso wie Methan- und Lachgasemissionen bei der Nutzung von Biomasse sowie andere kleine Emissionsquellen werden berücksichtigt."

Bei der Auswahl der Maßnahmen zur Umsetzung der Treibhausgasminderung standen einerseits die Kosten im Vordergrund. Aufgrund der an vielen Stellen notwendigen schnellen Transformation wurden zudem die Fragen der technischen Umsetzbarkeit und dem möglichen Markthochlauf berücksichtigt. Um möglichst robuste Szenarien zu erhalten, lag der Fokus auf Technologien mit möglichst geringen technologischen und wirtschaftlichen Risiken.

Die Studie wurde im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität erstellt. Die gemeinsame Pressemitteilung von Prognos, Öko-Institut und des Wuppertal Instituts steht zum Download zur Verfügung.


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