Von der Braunkohleregion zur Zukunftsregion der Erneuerbaren Energien

Energieministerin wirbt in Leuna für eine Wasserstoffmodellregion Mitteldeutschland

Leuna. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie hatte gestern zu einem Workshop unter dem Titel „Energiepolitische Konsequenzen der Kohlekommission“ in das Kulturhaus nach Leuna eingeladen. Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erläuterte in ihrer Eingangsrede ihre Zukunftsvision für die Region. „Wir haben mit dem Ausstieg aus der Braunkohle hier eine einmalige Chance. Aus der Braunkohleregion kann eine Zukunftsregion der Erneuerbaren Energien werden. Durch den Aufbau einer Wasserstoffmodellregion Mitteldeutschland und den Einsatz von Power-to-Gas aus Erneuerbaren Energien können wir entscheidende Impulse für die Region und die Wirtschaft setzen. Ich möchte eine Wasserstoff-Modellregion Mitteldeutschland etablieren“, sagte sie vor interessiertem Fachpublikum aus der Region und aus den im Chemiepark ansässigen Unternehmen.

Nachdem Dr. Felix Christian Matthes vom Öko-Institut e.V. in seiner Rolle als Mitglied der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (kurz „Kohlekommission“) die Ergebnisse des intensiven Arbeitsprozesses vorstellte, erläuterte auch die Industrie ihre Erwartungen an die Politik. Prof. Dr. Thomas Brockmeier von der IHK Halle-Dessau forderte beispielsweise eine Stärkung der Hochschulen mit einen ingenieurtechnischen Zentrum im Süden Sachsen-Anhalts. Dr. Christof Günther von der Infraleuna GmbH erläuterte die Notwendigkeit von klaren strukturellen Rahmenbedingungen, damit die Unternehmen des Chemieparks erfolgreich in Zukunftsprojekte investieren können.

Ministerin Dalbert fasste nach der Diskussion die Ergebnisse zusammen: „Der Industriestandort im Süden Sachsen-Anhalts ist und bleibt sehr leistungsfähig. Gemeinsam kann es gelingen, die Chemieregion deutschlandweit zu einem Vorbild für eine nachhaltige Energiegewinnung zu entwickeln. So schaffen wir die Energiewende und erhalten die Arbeitsplätze in der Region. Aus den Gesprächen heute nehme ich viele konstruktive Hinweise mit nach Magdeburg. Die Industrie braucht klare Ziele und verlässliche Rahmenbedingungen, um den Strukturwandel erfolgreich mit innovativen Vorhaben zu gestalten. Hier ist die Politik gefordert, die Spielräume zu schaffen und konkrete Entwicklungsziele für die Region festzulegen.“

In Bezug auf den Energiebereich erläuterte sie ihr Ziel: „Als Energieministerin werde ich mich in der Landesregierung dafür einsetzen, eine Wasserstoff-Modellregion Mitteldeutschland zu etablieren. Sie umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Erzeugung, Transport und Speicherung bis hin zur Verwertung von Wasserstoff. Ziel ist die großflächige Nutzung des erneuerbar produzierten Wasserstoffs in den Bereichen der Energieversorgung, Chemie- und Raffinerieindustrie und Mobilität sowie die wirtschaftliche und technologische Verbindung dieser Märkte. Es sollen Musterlösungen als überregionale Leuchttürme mit Akteuren aus der Energiebranche, der Industrie, Mineralölunternehmen sowie Verkehrsbetrieben und überregionalen Transportunternehmen entwickelt werden. Ein Netzwerk aus einer Vielzahl an Projekten wird zum Erfolg für den Industriestandort führen.“