PM Stala Sachsen-Anhalt: Emissionen an Treibhausgasen

Im Jahr 2014 betrugen in Sachsen-Anhalt die Emissionen an Treibhausgasen (energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen sowie die Methan- und Distickstoffoxid-Emissionen) 30,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Anmerkung LEE: Achtung unvollständiger Wert *). Dabei waren 85 Prozent der Treibhausgase energiebedingte Kohlendioxid-Emissionen (25,5 Mill. t), 8 Prozent Methan-Emissionen (2,3 Mill. t CO2-Äquivalente) und 7 Prozent Distickstoffoxid-Emissionen (2,2 Mill. t CO2-Äquivalente). Rund 50 Prozent der betrachteten Kohlendioxid-Emissionen entstanden durch die Energiegewinnung. Größter Verursacher der Methan-Emissionen war die Abfall- und Abwasserwirtschaft mit rd. 44 Prozent der Methan-Emissionen. Distickstoffoxid-Emissionen stammen zu 83 Prozent aus der Landwirtschaft.

Gegenüber dem Jahr 1990 hat sich die Emission der betrachteten Treibhausgase um rd. 47 Prozent reduziert. Dabei gingen die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen um 48,5 Prozent, die Methan-Emissionen um 46,7 Prozent und die Distickstoffoxid-Emissionen um 22,1 Prozent zurück. Pro Kopf wurden 2014 rd. 13 Tonnen Treibhausgase emittiert, 7 Tonnen je Einwohner weniger als 1990.

Treibhausgase sind gasförmige Stoffe in der Atmosphäre, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können. Die Emissionen an Treibhausgasen werden in CO2-Äquvalenten angegeben. Dabei ist die Klimawirksamkeit der einzelnen Gase mit ihrem spezifischen „Treibhauspotential“, dem GWP(global warming potential)-Wert, auf die Wirkung der entsprechenden Menge an CO2 umgerechnet.

Weitere Details können den Informationen des Arbeitskreises „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört, unter www.ugrdl.de ** entnommen werden.

Quelle: Stala Sachsen-Anhalt

 

Wichtige Anmerkung des LEE:

* In der PM bleibt leider unerwähnt, dass die prozessbedingten THG-Emissionen in Höhe von ca. 5,1 Mio t (Stand 2013) noch nicht berücksichtigt werden konnten, da diese Werte erst im Herbst 2018 feststehen. Unter der Annahme eines gleichbleibenden Wertes der prozessbedingten THG-Emissionen für 2014 ergibt sich somit eine geänderte Gesamt-THG-Emission von 35,1 Mio t, was eine Steigerung von 3 Mio t zum Vorjahr darstellt. Auch die Pro-Kopf-Emissionen erhöhen sich dadurch auf 15,21 t/a, die 50 % über dem Bundesdurchschnitt von 10,3 t/EW*a liegen. Grund für die weit überdurchschnittlichen Emissionen sind v.a. die Emissionen aus den Kohlekraftwerken, die in Sachsen-Anhalt als größter Emittent mit rund 8 Mio t für 23% aller Emissionen im Land verantwortlich sind. Der LEE setzt sich auf der politischen Ebene für einen sozialverträglichen Kohleausstieg bis spätestens 2030 ein.

** Die Tabelle steht hier zum Download bereit (Tabellenblatt 8.17): www.ugrdl.de/pdf/ugrdl_tab_2017.xlsx