PM MW: Wirtschaftsminister Willingmann fordert bessere Rahmenbedingungen für Wasserstofferzeugung

Grüner Wasserstoff ist der Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende und eine klimaneutrale Chemieindustrie.

Doch um die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig zu machen, bedarf es neben weiterer Forschung auch verbesserter Rahmenbedingungen für die Wasserstofferzeugung, betonte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am Mittwoch anlässlich des 6. Forums des ostdeutschen Wasserstoffnetzwerks HYPOS. „Bund und EU müssen wichtige Rahmenbedingungen ändern“, erklärte Willingmann. Dazu zähle vor allem die Reduzierung der Steuern, Abgaben und Umlagen auf den verwendeten Strom. „Bisher zählen Erzeuger von klimaneutralem Wasserstoff zu Letztverbrauchern – und zahlen daher genauso viel für Strom wie andere Unternehmen. Wenn wir unsere Wirtschaft klimafreundlich machen wollen, muss sich das dringend ändern.“

Dem Wasserstoffnetzwerk HYPOS gehören aktuell 125 Mitglieder an. Das Netzwerk bündelt die Potenziale innovativer Mittelständler mit den Kompetenzen der Industrie sowie die Expertise von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Ziel der Initiative ist es, Anwendungen rund um den grünen Wasserstoff durch System- und Netzwerkinnovationen wirtschaftlich zu gestalten. Im Fokus steht dabei die Entwicklung einer Wasserstoff-Modellregion im mitteldeutschen Chemiedreieck. HYPOS wird durch den Bund im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ von 2015 bis 2021 mit 45 Millionen Euro gefördert.

Willingmann betonte: „Sachsen-Anhalt bietet beste Voraussetzungen für die grüne Wasserstoffwirtschaft. Wir haben ein großes Potenzial an erneuerbaren Energien, das weiter ausgebaut werden soll. Und wir verfügen mit Pipelines, Kavernen und Verarbeitungsanlagen bereits über eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur, die für grünen Wasserstoff genutzt werden kann. In Hochschulen und Forschungseinrichtungen gibt es umfangreiches Know-how und unsere Unternehmen haben langjährige Betriebserfahrung bei der Wasserstoffherstellung und seiner industriellen Nutzung. All dies macht Sachsen-Anhalt und speziell das mitteldeutsche Chemiedreieck zu einem idealen Standort für die Demonstration zukunftsweisender Wasserstofftechnologien.“

Mit den Wasserstoffstrategien des Bundes und der EU wurden auf nationaler und internationaler Ebene ambitionierte Ziele gesetzt, dem grünen Wasserstoff nun auch auf dem Markt zum Durchbruch zu verhelfen. In Ergänzung dazu erarbeitet Sachsen-Anhalt derzeit eine eigene Strategie. Aufbauend auf das im Rahmen eines Stakeholderprozesses erstellte Grünbuch soll bis zum Jahresende – in Abstimmung zwischen Wirtschafts-, Umwelt- und Verkehrsministerium – ein Weißbuch mit der Wasserstoffstrategie des Landes verabschiedet werden.