PM MULE: Leuchtturmprojekte - Energiewende im Kohlerevier voranbringen

Energieministerium schlägt vier Projekte vor – von der Wasserstoffmodellregion bis zum Innovationshub Holz

Magdeburg. Das Energieministerium hat insgesamt vier sogenannte Leuchtturmprojekte zur Umsetzung in der Kohleregion im Süden Sachsen-Anhalts vorgeschlagen. Ziel ist es, den Strukturwandel im Revier aktiv so zu gestalten, dass aus der ehemaligen Kohleregion eine Modellregion der Erneuerbaren Energien werden kann, die beispielgebend für andere sein kann. Zentrale Schritte bei der Umsetzung der Leuchtturmprojekte sind innerhalb von fünf Jahren zu gehen.

Die Leuchtturmprojekte sind:

  • Wasserstoffmodellregion Mitteldeutsches Revier
  • Nachhaltige Energieinfrastruktur aufbauen
  • Artenreiches lebenswertes Kohlerevier
  • Innovationshub Zukunft Holz

Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erläutert die Schwerpunktsetzung: „Aus dem Kohlerevier kann in Zukunft eine Modellregion der Erneuerbaren Energien werden. Das wird weit über die Region ausstrahlen und innovative Unternehmen und Fachkräfte anziehen. Eine zentrale Rolle wird der Wasserstoff als Schnittstelle zwischen den Erneuerbaren Energien und einer nachhaltigen Industrie spielen. Denn klar ist: die chemische Industrie ist und bleibt der Anker der Region. Dazu gehört eine Energieinfrastruktur, die auf nachhaltige Ressourcen setzt. Aus den ehemaligen Tagebauen können Refugien der Artenvielfalt und Naherholungsmöglichkeiten werden, die die Lebensqualität der Region steigern werden. In der Holzwirtschaft mit hochwertigen Produkten sehe ich ein weiteres großes Potenzial für die regionale Wirtschaft. Mit diesen Projekten gehen wir die ersten konkreten Schritte, um den Strukturwandel so zu gestalten, dass die Menschen gern in der Region leben, arbeiten – einfach ihre Heimat haben.“

 

Hintergrund

Wasserstoffmodellregion Mitteldeutsches Revier: Durch eine regionale Nutzung der erzeugten erneuerbaren Energien für Wasserstofferzeugung, -transport, -speicherung und -nutzung ergeben sich direkt Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte in Anlagenbau, -betrieb und –wartung. Das Projekt umfasst die Standortanalyse und Konzepterstellung für eine großskalierte Produktion, den Transport und die Speicherung von grünem Wasserstoff bzw. Gas. Dabei sollen die regionalen Energieerzeugungspotentiale aus erneuerbaren Energien berücksichtigt werden. Dazu gehört ebenso die Umsetzung von Pilot- und Demonstrationsanlagen, zum Beispiel eine gekoppelte Wind-Power-to-Gas-Anlage. Schließlich soll auch die chemische Industrie hiervon profitieren, indem grüner Wasserstoff einer technischen Nutzung zugeführt wird.

Nachhaltige Energieinfrastruktur aufbauen: Es soll eine komplexe, modulare und vernetzte Energieerzeugungs- und Energieversorgungsinfrastruktur aufgebaut werden, die auf den vorhandenen Strukturen aufbaut und diese somit nutzt. Durch das hohe Innovationspotential können sowohl bestehende Industriezweige gestärkt, modernisiert und erneuert als auch die Gründung von Start-Ups mit neuen Geschäftsfeldern gefördert werden. Das Netzwerk von Projekten stärkt unter Nutzung der vorhandenen Stärken in der Forschungslandschaft die Innovationskraft des Industriestandortes.

Der Leuchtturm gliedert sich in folgende Teilaspekte:

  • Energiepark Amsdorf/Profen
  • Grüne Wärmenetze, u.a. Fernwärmeleitung Hohenmölsen
  • Kommunaler Klimaschutz (Energieeffizienz/erneuerbare Energien)
  • Gaskraftwerk Schkopau
  • Verbesserung der Energieeffizienz der vorhandenen Industrie- und Gewerbegebiete durch gezielte Beratung und Einsatz von innovativen Lösungen
  • Gekoppelte Erzeugungsstrukturen aus Bio-, Windenergie und Photovoltaik in einer integrierten landwirtschaftlichen Produktion
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Artenreiches lebenswertes Kohlerevier: Durch standortangepasste Nutzungskonzepte wird eine Nutzbar- und Erlebbarmachung von Flächen des Altbergbaus ermöglicht. Mit der Erhöhung der Attraktivität der Kultur- und Naturlandschaft und durch die Informations- und Bildungsangebote kann die Wirtschaft durch regionalwirtschaftliche Effekte im Bereich des Tourismus- und Gastronomiegewerbes gestärkt werden. Neben der Erholungsnutzung können die in der Kulturlandschaft entstandene Biodiversität erhalten und der Schutz von Vorkommen zahlreicher seltener und geschützter Tier- und Pflanzenarten gestärkt werden. Der Leuchtturm umfasst dabei die folgenden Elemente:

  • In einem „Haus des Wandels“ wird die Veränderung des Reviers, die Karstlandschaft als geographische Besonderheit der Region und die facettenreiche Artenvielfalt, dargestellt;
  • Umsetzung der Naturschutzgroßprojekte Hohe Schrecke und Unstruttal;
  • Renaturierung der vom Altbergbau beeinträchtigten Flüsse, wie beispielsweise der Weißen Elster, der Bösen Sieben, der Salza oder der Wipper sowie des Floßgrabens gesetzt;
  • Nutzungskonzepte für Folgelandschaften des Altbergbaus durch Renaturierung oder Bodenschutzmaßnahmen mit dem Ziel der energetischen oder wirtschaftlichen Nutzung;
  • Verbindung und Vernetzung aller Tagebaurestlöcher mit dem Ziel einer Verbesserung des Natur- und Artenschutzes durch die Einrichtung eines Biotopverbundes.
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Innovationshub Zukunft Holz: Hier soll die Wertschöpfung in der Region erhöht werden und Holzwirtschaft als Treiber der Strukturentwicklung wirken. Durch eine Stärkung, einen Ausbau oder eine Neuausrichtung der Wertschöpfungsketten der Holzwirtschaft mit Blick auf die Herstellung von innovativen Endprodukten können höherwertige Produkte geschaffen und vermarktet werden. Die einzelnen Elemente sind:

  • Gewinnung und Sicherung von Fachkräften
  • Koordinierungsfunktion Forschung und Wirtschaft
  • Verwertung von Holz in Endprodukten vor Ort
  • Schwerpunkt Bauen mit Holz
  • Zertifizierung für Produkte und Leistungen mit regionaler Herkunft
  • Vermarktungsstrategien mit Implementierung eines Imagekonzeptes
  • innovative Holzverarbeitung

 

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