Haseloff: Frühzeitiger Ausbau erneuerbarer Energien war goldrichtig/ Braunkohle bleibt wichtig

„Als wir in Sachsen-Anhalt bereits um die Jahrtausendwende auf erneuerbare Energien setzten, da haben das viele noch belächelt. Heute wissen wir, dass wir mit dem frühzeitigen Auf- und Ausbau der regenerativen Träger goldrichtig lagen. Diese Träger steuern im Land bereits über die Hälfte zur Stromerzeugung bei, während es bundesweit nur 30 % sind. Wir dürfen uns in diesem Bereich mit gutem Recht als Vorreiter bezeichnen.“ Das erklärte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff heute in Magdeburg bei der Frühjahrstagung des Landesverbandes Erneuerbare Energien Sachsen-Anhalt.

Trotz des großen Aufschwungs der erneuerbaren Energien werde auch die Braunkohle noch gebraucht, betonte Haseloff. Das sei keineswegs ein Widerspruch, denn die Braunkohle sei die Brücke in ein rein regeneratives Zeitalter. Sie garantiere die Grundlastfähigkeit, die die erneuerbaren Träger mit Ausnahme der Biomasse noch nicht in bieten könnten.

Um die erneuerbaren Energien weiter in das Energiesystem zu integrieren, sei und bleibe  der Netzausbau eine große nationale Herausforderung, unterstrich der Ministerpräsident. Auch mit Blick auf Europa werde ein Ausbau der Übertragungskapazitäten notwendig sein, um die Kosten für Redispatch und Einspeisemanagement zu reduzieren. Das gelinge in Deutschland bereits: Die vollständige Inbetriebnahme der Thüringer Strombrücke habe zu einer Halbierung dieser Kosten gegenüber 2015 geführt.

Auch im Netzbetrieb müsse aber verstärkt der dezentrale Charakter der erneuerbaren Energien berücksichtigt werden. Das bedeute mehr Intelligenz im Netz, Einsatz von Speichern und Kopplung der Sektoren. „Im Rahmen des ostdeutschen Forschungsprojekts WINDNODE sollen neue Ansätze für das industrielle Lastmanagement erprobt werden. Daran wirken auch Forscher des Fraunhofer-Instituts in Magdeburg mit“, lenkte Haseloff den Blick auf notwendige Innovationen.