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31.01.2017 Ka­te­go­rie: All­ge­mein

Thürin­gen plant Bun­des­rats-In­i­tia­ti­ve zu Net­zent­gel­ten

Er­furt/Müns­ter – Die bun­des­wei­te Ve­r­ein­heit­li­chung der Net­zent­gel­te war lan­ge der Kern­be­stand­teil des ge­plan­ten Net­zent­gelt­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes (NEMoG). Ent­sp­re­chend en­trüs­tet wa­ren vor al­lem die Ost-Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, als die Re­ge­lung im letz­ten Mo­ment aus dem Ent­wurf ver­schwand. Nun will Thürin­gen die An­pas­sung über ei­ne Bun­des­rats­in­i­tia­ti­ve er­rei­chen.

Die Net­zent­gel­te, ein we­sent­li­cher Pos­ten des Strom­p­rei­ses für die End­ver­brau­cher, sind bun­des­weit sehr un­ter­schied­lich. Be­son­ders im Os­ten und im Nor­den Deut­sch­lands stei­gen die Netz­kos­ten. Nach­dem die an­ge­st­reb­te Neu­re­ge­lung aus dem NEMoG ge­s­tri­chen wur­de, plant Thürin­gen nun ei­ne An­pas­sung über den Bun­des­rat.

Thürin­gens Um­welt­mi­nis­te­rin Sie­ges­mund: „Al­les spricht für die­se An­g­lei­chung“
Thürin­gen plant ei­ne Bun­des­rats­in­i­tia­ti­ve zur bun­des­wei­ten An­g­lei­chung der Strom-Net­zent­gel­te bei den Über­tra­gungs­netz­be­t­rei­bern. Ei­ne ge­rech­te Kos­ten­ver­tei­lung wird eben­so be­nö­t­igt wie die En­er­gie­wen­de, so Thürin­gens Um­welt­mi­nis­te­rin An­ja Sie­ges­mund (Bünd­nis 90 / Die Grü­nen). Ei­ne An­g­lei­chung der Net­zent­gel­te für das Über­tra­gungs­netz ist aus Sicht der Mi­nis­te­rin lan­ge über­fäl­lig und der ein­zig rich­ti­ge Weg.

Thürin­gen wird für Au­bau der er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en be­straft

Es kön­ne nicht sein, dass Län­der wie Thürin­gen mit dem Aus­bau er­neu­er­ba­rer En­er­gi­en durch höhe­re Netz­kos­ten be­straft und an­de­re Län­der durch güns­ti­ge­ren Strom be­vor­teilt wer­den, ur­teilt die Mi­nis­te­rin. „Von ei­ner bun­des­wei­ten An­g­lei­chung der Net­zent­gel­te pro­fi­tie­ren 12 der 16 Bun­des­län­der. Al­so spricht al­les da­für, die­se An­g­lei­chung auch vor­zu­neh­men“.

Bun­des­rat soll Druck auf die Bun­des­re­gie­rung aus­ü­ben

Die Bun­des­rats­in­i­tia­ti­ve soll in den nächs­ten Wo­chen auf den Weg ge­bracht und spä­tes­tens En­de Fe­bruar 2016 dem Bun­des­rat zum Be­schluss vor­ge­legt wer­den. Ziel ist es, dass der Frei­staat Thürin­gen ei­nen Ge­set­ze­s­an­trag zum Ent­wurf ei­nes Bun­des­ge­set­zes zur Ve­r­ein­heit­li­chung der Net­zent­gel­te auf Über­tra­gungs­net­ze­be­ne ein­bringt. Da­ran sol­len sich mög­lichst vie­le Län­der an­sch­lie­ßen. „Wir wer­den nicht lo­cker las­sen, auf die Bun­des­re­gie­rung Druck aus­zu­ü­ben, um end­lich in Deut­sch­land so­li­da­ri­sche Net­zent­gel­te zu er­hal­ten“, so Sie­ges­mund wei­ter.

Mi­nis­ter­prä­si­den­ten wer­fen Ga­bri­el Wort­bruch vor
Die Mi­nis­te­rin hat­te dem da­ma­li­gen Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el (SPD) Wort­bruch vor­ge­wor­fen, nach­dem die Neu­re­ge­lung aus dem NEMoG ent­fal­len war. Die Bun­des­re­gie­rung ha­be die An­g­lei­chung der Net­zent­gel­te mit der EEG-Ver­ab­schie­dung im Som­mer zu­ge­sagt, hat­te sich Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Sta­nislaw Til­lich (CDU) ge­gen­über der FAZ ge­äu­ßert.

Di­lem­ma: Net­z­eng­päs­se und Netz­aus­bau trei­ben Net­zent­gel­te
Die Net­zent­gel­te sind in Nord- und Ost­deut­sch­land teils er­heb­lich höh­er als im Rest der Re­pu­b­lik. Grund sind ne­ben den er­heb­li­chen In­ves­ti­tio­nen in den Aus­bau der Strom­net­ze auch Aus­g­leichs­zah­lun­gen, wenn Kraft­wer­ke bei Über­tra­gung­s­eng­päs­sen ab­ge­schal­tet wer­den. Für die­se bun­des­wei­te Pro­b­le­ma­tik zah­len bis­lang die Strom­kun­den im je­wei­li­gen Netz­ge­biet.
Qu­el­le: IWR On­li­ne