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< Thürin­gen plant Bun­des­rats-In­i­tia­ti­ve zu Net­zent­gel­ten
03.02.2017 Ka­te­go­rie: Sach­sen-An­halt

Netz­be­t­rei­ber ent­hül­len Netz­aus­bau­plä­ne bis 2035

Ber­lin – Der Netz­aus­bau braucht ei­nen Plan. Ers­te Ent­wür­fe des Netz­ent­wick­lungs­plans 2030 wur­den nun von den Über­tra­gungs­netz­be­t­rei­bern an die Bun­des­netza­gen­tur über­ge­ben. Es geht um vie­le Ki­lo­me­ter Strom­ver­bin­dun­gen auch für die Offs­ho­re-Wind­e­n­er­gie und um Mil­li­ar­den­be­trä­ge.

Die Über­tra­gungs­netz­be­t­rei­ber 50Hertz, Am­pri­on, Ten­net und Trans­netBW ha­ben die ers­ten Ent­wür­fe des Netz­ent­wick­lungs­plans (NEP) 2030 und des Offs­ho­re-Netz­ent­wick­lungs­plans (O-NEP) 2030 in den ver­schie­den Ver­sio­nen an die Bun­des­netza­gen­tur (BNetzA) wei­ter­ge­ge­ben und ver­öf­f­ent­licht. Nun be­ginnt die vier­wöchi­ge öf­f­ent­li­che Kon­sul­ta­ti­on.

Sze­na­ri­en je nach Strom­mix, Ver­brauch und Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten
Der am 30. Ju­ni 2016 von der BNetzA ge­neh­mig­te Sze­na­riorah­men ist der Aus­gangs­punkt für die Er­stel­lung des NEP 2030 so­wie des O-NEP 2030. Vier Sze­na­ri­en sind vor­ge­ge­ben, drei Sze­na­ri­en mit dem Ziel­jahr 2030 und ein län­ger­fris­ti­ges Sze­na­rio mit dem Ziel­jahr 2035. Die ein­zel­nen Sze­na­ri­en un­ter­schei­den sich da­rin, wie stark und wie sch­nell sich die En­er­gie­wen­de im Hin­blick auf Er­zeu­gungs­mix, Strom­ver­brauch und Ein­bin­dung z.B. von Spei­cher­tech­no­lo­gi­en voll­zieht. Für die Ziel­jah­re 2030 und 2035 ist ein star­kes in­ner­deut­sches Er­zeu­gungs­ge­fäl­le mit ei­nem Er­zeu­gungs­über­schuss in Nord­deut­sch­land und ei­nem Er­zeu­gungs­de­fi­zit in Süd­deut­sch­land zu be­o­b­ach­ten, so die vier Netz­be­t­rei­ber. Zwi­schen rund ei­nem Vier­tel und der Hälf­te des jähr­li­chen Be­darfs wer­den dann in den süd­li­chen Bun­des­län­dern aus in- und aus­län­di­schen Im­por­ten ge­deckt. Die Er­zeu­gung in nord- und ost­deut­schen Bun­des­län­dern über­s­tei­ge da­ge­gen die lo­ka­le Nach­fra­ge um mehr als das Dop­pel­te.

Groß­teil der Ka­pa­zi­tä­ten wer­den in be­ste­hen­den Tras­sen in­te­griert

Das Vo­lu­men der Netz­ver­stär­kun­gen auf Be­stand­stras­sen (Seil­tausch oder Strom­k­reis­aufla­gen, Neu­bau ei­ner leis­tungs­fähi­ge­ren Lei­tung in be­ste­hen­der Tras­se) be­trägt je nach Sze­na­rio ein­sch­ließ­lich Start­netz zwi­schen 7.600 und 8.500 Tras­sen­ki­lo­me­ter. Der Aus­bau­be­darf neu­er Lei­tung­stras­sen liegt in al­len Sze­na­ri­en mit Ziel­jahr 2030 je­weils bei 3.800 Ki­lo­me­tern, da­von sind et­wa 2.600 Ki­lo­me­ter Hoch­span­nungs-Gleich­strom-Über­tra­gungs(HGÜ)-Ver­bin­dun­gen und rund 1.200 Ki­lo­me­ter Wech­sel­strom-Ver­bin­dun­gen. Auch der deut­sche An­teil der Gleich­strom-Ver­bin­dun­gen nach Bel­gi­en, Dä­ne­mark, Nor­we­gen und Schwe­den mit ei­ner Län­ge von rund 330 Ki­lo­me­tern ist da­rin ent­hal­ten. Die Über­tra­gungs­ka­pa­zi­tät der DC-Ver­bin­dun­gen be­trägt in die­sen Sze­na­ri­en je­weils in Sum­me 8.000 Me­ga­watt (MW), so die Netz­be­t­rei­ber. Das Ge­samt­vo­lu­men der In­ves­ti­tio­nen liegt in den Sze­na­ri­en mit dem Ziel­jahr 2030 zwi­schen 34 bis 36 Mrd. Eu­ro. Da­bei wird an­ge­nom­men, dass be­stimm­te HGÜ-Ver­bin­dun­gen voll­stän­dig als Erd­ka­bel aus­ge­führt wer­den.

Offs­ho­re-Netz­an­bin­dun­gen: 3.700 Ki­lo­me­ter bis zum Jahr 2035
Im Offs­ho­re-Be­reich wird der O-NEP 2030 nach der öf­f­ent­li­chen Kon­sul­ta­ti­on durch den so­ge­nann­ten Flächen­ent­wick­lungs­plan ab­ge­löst. Grund­la­ge der Netz­pla­nung im O-NEP ist das be­reits fest­ge­plan­te Start-Offs­ho­re­netz. Die­se Aus­bau­maß­nah­men ha­ben ei­ne Ge­samt­län­ge von rund 850 Ki­lo­me­tern und be­deu­ten In­ves­ti­tio­nen von rund vier Mrd. Eu­ro. Die Län­ge des Zu­bau-Offs­ho­re­net­zes be­trägt in den Sze­na­ri­en bis 2030 je­weils 2.277 Ki­lo­me­ter und im Sze­na­rio B 2035 gut 3.700 Ki­lo­me­ter. Die Ge­s­amt-Über­tra­gungs­ka­pa­zi­tät des Zu­bau-Offs­ho­re­net­zes reicht da­bei bis zu 11.400 MW für das Ziel­jahr 2035. Das Ge­samt­vo­lu­men der In­ves­ti­tio­nen be­trägt ein­sch­ließ­lich der Kos­ten für das Start-Offs­ho­re­netz bis 2030 ins­ge­s­amt rund 16 Mrd. Eu­ro und bis 2035 rund 22 Mrd. Eu­ro.
Qu­el­le: IWR On­li­ne